Mehrweg statt Einweg

Alternativer Unterricht mit Mia

Ich bin Mia, 24 Jahre alt und wohne in der Nähe von Stuttgart. Ich bin weder Schülerin noch Studentin, nehme aber seit Anfang des Jahres an den Fridays for Future Demos teil, weil ich den Klimawandel als größte Gefahr unserer Zeit ansehe. Angefangen hat der nachhaltige Lebensstil vor etwa 3 Jahren, in dieser Zeit habe ich angefangen mich viel mit Politik, Globalisierung, Tierhaltung und Umwelt zu befassen. Diese Zeit und die Erkenntnisse die ich durch meine Recherchen gehabt habe waren so bewegend, dass ich mich dazu entschlossen habe Vegan zu leben und die Umwelt durch einen umfassenden Wandel meines Lebensstils so wenig wie möglich zu belasten.


Einwegprodukte sind in meinen Augen ein typisches Resultat des Kapitalismus, das Produkt kostet auf den ersten Blick wenig. Die Lebensdauer des Produktes beträgt in den meisten Fällen einen Gebrauch, das heißt, dass wir für jeden Gebrauch das Produkt erneut kaufen müssen. Auf Dauer ist das um einiges teurer als ein Produkt einmal zu kaufen und dann zu verwenden bis es auseinanderfällt (was im besten Falle Jahrzehnte sind!)
Mehrweg spart also nicht nur Müll sondern ist auf Dauer auch günstiger.

Tupper für Take-Away und Anderes für Unterwegs
Seit einiger Zeit trage ich eine Tupper aus Glas mit mir mit, wenn ich unterwegs dann etwas sehe auf was ich Hunger habe oder etwas im Restaurant übrigbleibt (z.B. Frühlingsrollen beim Asia-Restaurant) packe ich das Essen in die Tupper anstatt es in eine Alu-Schale des Restaurants packen zu lassen. Sogar Plastikstrohhalme kann man durch Edelstahl-Strohhalme ersetzen!
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin ein Mensch, der die dazugelegten Papierservietten im Restaurant nie benutzt! Daher nehme ich diese (wenn ich vorher nicht ablehnen kann) mit und benutze sie für Notfälle als Taschentücher oder als „Zewa“.
Das Gleiche gilt für die Wasserflasche aus Edelstahl, die ich immer dabeihabe (denn Plastikflaschen sind einfach Schwachsinn). Für die Kaffee-Liebhaber unter euch gibt es Kaffeebecher aus Bambus oder anderen nachhaltigen Materialen (oder auch Edelstahl) in die man wenn man lieb nachfragt auch den Kaffee beim Bäcker füllen lassen kann.
Was ich sonst immer dabei habe ist eine Stofftasche, die nimmt wenig Platz weg und kann beim spontanen oder auch geplanten Einkauf gezückt und befüllt werden!
Zum Thema verpackungsfreien Einkauf wird es nochmal einen separaten Unterricht geben, genau wie zum Thema Müllvermeidung allgemein!

Mehrweg im Bad und in der Küche
Auch für die laufenden Nasen macht es Sinn auf Mehrweg umzusteigen – mit Stofftaschentüchern statt Papiertaschentüchern! Die sehen nicht nur witzig aus, sie sind auch viel angenehmer an der Nase. Ich persönlich habe ein Arsenal an ca. 30 Taschentüchern von denen ich immer welche dabei habe, kann man auch wunderbar als Serviette benutzen!
Die Benutzten wasche ich mit der normalen Wäsche mit. Da man in normalen Läden keine Stofftaschentücher (mehr) findet, lohnt sich hier ein Blick in Ebay-Kleinanzeigen (oder einfach mal die Großeltern fragen!)

An alle die ihre Periode bekommen – hier ist der Umstieg auf Periodentasse und Stoffbinde sehr hilfreich. Tampons sind nicht nur potenziell gesundheitsschädlich, sie sind auch ein extremer Müllfaktor!
Abhilfe schafft hier eine Menstruationstasse, diese gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Wo ich früher alle 2 Stunden meinen Tampon wechseln musste, hält die Tasse bei mir bis zu 12 Stunden.
Falls doch mal was danebengeht gibt es Stoffbinden! Diese kommen in süßen Farben und Mustern, sind super angenehm auf der Haut und können wie die Taschentücher auch nach der Handwäsche in der Waschmaschine mitgewaschen werden.

In der Küche waren Frischhaltefolie und Alufolie ein großes Thema – bis ich diese durch kleine Teller/Tupper/irgendwas zum draufstellen ersetzt habe! Für die nicht-Veganer gibt es zudem die Möglichkeit von Bienenwachstüchern oder vegane Wachstuchalternativen. Zum abwischen von Flächen, wenn mal gekleckert wurde, ist es viel besser Waschlappen zu nehmen die man auswaschen kann statt hier auf „Zewa“ zurückzugreifen. Seit einiger Zeit gibt es sogar Silikonalternativen für Backpapier, diese kann man nach dem Gebrauch einfach abwaschen!

Hausaufgaben!
Werfe mal einen Blick in deine Mülltonne!
Schau nach welche Einwegprodukte du findest und überlege dir – was könnte ich stattdessen benutzen?
Ich packe meinen Koffer…
Packe deinen Rucksack/deine Handtasche mit mehrweg-Essentials! Also: Tupper, Tasche, Flasche!
Ich hab was dabei! Sammle ein paar Bäckertüten und benutzte sie dann einfach immer wieder! Beim Bäcker sage ich dann beim bestellen schon dass ich etwas zum einpacken dabei habe oder „einfach auf die Hand, bitte!“
→ What would Oma do?
Wenn du bei der Umstellung auf Probleme stößt – frage dich was deine Oma getan hätte! Hätte sie sich drauf verlassen, dass der Bäcker ihr eine Tüte schenkt oder hätte sie vorgesorgt und in weiser Vorrausicht selber was mitgenommen?