Mehrweg statt Einweg

Alternativer Unterricht mit Mia

Ich bin Mia, 24 Jahre alt und wohne in der Nähe von Stuttgart. Ich bin weder Schülerin noch Studentin, nehme aber seit Anfang des Jahres an den Fridays for Future Demos teil, weil ich den Klimawandel als größte Gefahr unserer Zeit ansehe. Angefangen hat der nachhaltige Lebensstil vor etwa 3 Jahren, in dieser Zeit habe ich angefangen mich viel mit Politik, Globalisierung, Tierhaltung und Umwelt zu befassen. Diese Zeit und die Erkenntnisse die ich durch meine Recherchen gehabt habe waren so bewegend, dass ich mich dazu entschlossen habe Vegan zu leben und die Umwelt durch einen umfassenden Wandel meines Lebensstils so wenig wie möglich zu belasten.


Einwegprodukte sind in meinen Augen ein typisches Resultat des Kapitalismus, das Produkt kostet auf den ersten Blick wenig. Die Lebensdauer des Produktes beträgt in den meisten Fällen einen Gebrauch, das heißt, dass wir für jeden Gebrauch das Produkt erneut kaufen müssen. Auf Dauer ist das um einiges teurer als ein Produkt einmal zu kaufen und dann zu verwenden bis es auseinanderfällt (was im besten Falle Jahrzehnte sind!)
Mehrweg spart also nicht nur Müll sondern ist auf Dauer auch günstiger.

Tupper für Take-Away und Anderes für Unterwegs
Seit einiger Zeit trage ich eine Tupper aus Glas mit mir mit, wenn ich unterwegs dann etwas sehe auf was ich Hunger habe oder etwas im Restaurant übrigbleibt (z.B. Frühlingsrollen beim Asia-Restaurant) packe ich das Essen in die Tupper anstatt es in eine Alu-Schale des Restaurants packen zu lassen. Sogar Plastikstrohhalme kann man durch Edelstahl-Strohhalme ersetzen!
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin ein Mensch, der die dazugelegten Papierservietten im Restaurant nie benutzt! Daher nehme ich diese (wenn ich vorher nicht ablehnen kann) mit und benutze sie für Notfälle als Taschentücher oder als „Zewa“.
Das Gleiche gilt für die Wasserflasche aus Edelstahl, die ich immer dabeihabe (denn Plastikflaschen sind einfach Schwachsinn). Für die Kaffee-Liebhaber unter euch gibt es Kaffeebecher aus Bambus oder anderen nachhaltigen Materialen (oder auch Edelstahl) in die man wenn man lieb nachfragt auch den Kaffee beim Bäcker füllen lassen kann.
Was ich sonst immer dabei habe ist eine Stofftasche, die nimmt wenig Platz weg und kann beim spontanen oder auch geplanten Einkauf gezückt und befüllt werden!
Zum Thema verpackungsfreien Einkauf wird es nochmal einen separaten Unterricht geben, genau wie zum Thema Müllvermeidung allgemein!

Mehrweg im Bad und in der Küche
Auch für die laufenden Nasen macht es Sinn auf Mehrweg umzusteigen – mit Stofftaschentüchern statt Papiertaschentüchern! Die sehen nicht nur witzig aus, sie sind auch viel angenehmer an der Nase. Ich persönlich habe ein Arsenal an ca. 30 Taschentüchern von denen ich immer welche dabei habe, kann man auch wunderbar als Serviette benutzen!
Die Benutzten wasche ich mit der normalen Wäsche mit. Da man in normalen Läden keine Stofftaschentücher (mehr) findet, lohnt sich hier ein Blick in Ebay-Kleinanzeigen (oder einfach mal die Großeltern fragen!)

An alle die ihre Periode bekommen – hier ist der Umstieg auf Periodentasse und Stoffbinde sehr hilfreich. Tampons sind nicht nur potenziell gesundheitsschädlich, sie sind auch ein extremer Müllfaktor!
Abhilfe schafft hier eine Menstruationstasse, diese gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Wo ich früher alle 2 Stunden meinen Tampon wechseln musste, hält die Tasse bei mir bis zu 12 Stunden.
Falls doch mal was danebengeht gibt es Stoffbinden! Diese kommen in süßen Farben und Mustern, sind super angenehm auf der Haut und können wie die Taschentücher auch nach der Handwäsche in der Waschmaschine mitgewaschen werden.

In der Küche waren Frischhaltefolie und Alufolie ein großes Thema – bis ich diese durch kleine Teller/Tupper/irgendwas zum draufstellen ersetzt habe! Für die nicht-Veganer gibt es zudem die Möglichkeit von Bienenwachstüchern oder vegane Wachstuchalternativen. Zum abwischen von Flächen, wenn mal gekleckert wurde, ist es viel besser Waschlappen zu nehmen die man auswaschen kann statt hier auf „Zewa“ zurückzugreifen. Seit einiger Zeit gibt es sogar Silikonalternativen für Backpapier, diese kann man nach dem Gebrauch einfach abwaschen!

Hausaufgaben!
Werfe mal einen Blick in deine Mülltonne!
Schau nach welche Einwegprodukte du findest und überlege dir – was könnte ich stattdessen benutzen?
Ich packe meinen Koffer…
Packe deinen Rucksack/deine Handtasche mit mehrweg-Essentials! Also: Tupper, Tasche, Flasche!
Ich hab was dabei! Sammle ein paar Bäckertüten und benutzte sie dann einfach immer wieder! Beim Bäcker sage ich dann beim bestellen schon dass ich etwas zum einpacken dabei habe oder „einfach auf die Hand, bitte!“
→ What would Oma do?
Wenn du bei der Umstellung auf Probleme stößt – frage dich was deine Oma getan hätte! Hätte sie sich drauf verlassen, dass der Bäcker ihr eine Tüte schenkt oder hätte sie vorgesorgt und in weiser Vorrausicht selber was mitgenommen?

Tipps zur Veganen Ernährung

von Lisa – Fridays for Future-Aktivistin

Am leichtesten fällt das vegane Leben, wenn man Zuhause isst, dort kann man selbst bestimmen, was in das Essen reinkommt. Natürlich will man ja auch manchmal auswärts essen. In den letzten Jahren ist die Zahl an vegetarischen und veganen Restaurants und Imbissen extrem gestiegen. . Auch in Restaurants, welche nicht ausdrücklich vegan sind, lässt sich immer öfter ein veganes Essen finden. Besonders asiatische oder orientalische Lokale haben mehr Veganes auf der Speisekarte, als man vermuten würde. Manche Gerichte werden durch Weglassen einer Zutat in ein veganes verwandelt. Einfach freundlich nachfragen!
Genau wie Restaurants gehen auch immer mehr Supermärkte, auch Discounter, auf den veganen Trend ein. Milchalternativen und Tofu gibt es wirklich in jedem Supermarkt. Bei etwas ausgefalleneren Dingen wie Hefeflocken (veganer Ersatz für Käse) oder Nussmus musst du vielleicht auf einen Bio-Supermarkt oder ein Reformhaus zurückgreifen. Auch dm ist eine gute Adresse für die unterschiedlichsten veganen Produkte.

Und jetzt noch ein paar Webadressen, Buchtipps, Blogs, usw. für dich, damit du sofort weiterlesen kannst:

BÜCHER:

„Vegan-Klischee ade!“ von Niko Rittenau – Umfassende und gut recherchierte Informationen zu allen Aspekten der veganen Ernährung, quasi das Handbuch schlechthin

„How not to die“ von Dr. Michael Greger – Ein wissenschaftlich fundierter Ratgeber, der alle möglichen Fragen zur Ernährung beantwortet

„Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“ von Melanie Joy – Interessantes Buch über den sogenannten Speziesismus

„Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer – Sachbuch über Massentierhaltung und Ethik

„Go vegan!“ herausgegeben von Marlene Halser – Interessante Sammlung von Meinungen vieler verschiedener, zum Teil sehr bekannter Veganer*innen

FILME/VIDEOS:

„Earthlings“ – Über Massentierhaltung und Tierversuche, unter anderem versteckt aufgenommenes Filmmaterial

„Cowspiracy“ – Beschreibt die Auswirkungen der Nutztierhaltung auf unsere Umwelt

„Dominion“ – Berichtet über die gesundheitlichen Folgen einer Ernährung, die auf Tierprodukten basiert

„101 Gründe vegan zu leben/101 Reasons to go vegan“ – Aufschlussreicher Vortrag des Aktivisten James Wildman über die Gründe für ein veganes Leben

„Die Wahrheit über Veganismus – 30 Tage Vegan“ – Mit Infos gespicktes Selbstexperiment von tomatolix

KANÄLE AUF YOUTUBE:

„Vegan ist ungesund“ – Gordon und Aljoscha räumen kreativ und witzig mit Vorurteilen über die vegane Ernährung auf

„5 Minute Recipes – Vegane Rezepte“ – Super als Inspiration zum Kochen

„Niko Rittenau“ – Gut recherchierte Informationen zur veganen Ernährung

… und viele, viele weitere vegane Youtuber*innen, mit ein bisschen Stöbern wirst du schnell deine Lieblinge finden!

BLOGS/PODCASTS:

www.eat-this.org – Sympathischer Foodblog

„VeggieWorld Podcast“ – Podcast der VeggieWorld-Messe, sehr informativ und gut gemacht

„VEGAN ABER RICHTIG“ – Vegan-Podcast des Sportlers Axel Schura

INTERNETSEITEN:

www.happycow.net – Hier kannst du vegane Restaurants in deiner Nähe finden (Gibt es auch als kostenlose App)

www.veganstart.de – Einstieg in das vegane Leben (Ebenfalls auch als App)

www.peta.de – Tierrechtsorganisation, die viel über Veganismus informiert (Kickstart-Newsletter von www.petazwei.de ist auch sehr empfehlenswert)

vebu.de – Vegetarierbund, auf dessen Website unzählige Informationen rund um das Thema Vegan zu finden sind

www.chefkoch.de – Klingt unkonventionell, ist aber auch eine gute Adresse (oder App) für vegane Rezepte von anderen Usern, man kann als Filter „vegan“ einstellen

Puuuh, viel Spaß dabei, das alles zu durchforsten! Natürlich gibt es noch viel, viel mehr, was es rund um die vegane Ernährung veröffentlicht wurde und das es zu entdecken gibt! Viel Spaß damit!

Kleiner Vegan-Guide

Lisa, Fridays for Future-Aktivistin

Wer?

Momentan leben in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen vegetarisch, das heißt sie essen weder Fleisch noch Fisch. Ca. 1,3 Millionen Veganer*Innen ernähren sich pflanzenbasiert, in ihrem Speiseplan befinden sich also keinerlei tierische Produkte. Für die vegane Ernährung gibt es viele gute Gründe, aber es ist auch nicht immer ganz einfach vegan zu leben. Deshalb habe ich diesen kleinen Vegan-Guide für dich zusammengestellt, in dem du die wichtigsten Infos findest. Viel Spaß! Hoffentlich kann ich dich ein bisschen überraschen und von den tollen Möglichkeiten der veganen Ernährung überzeugen!

Warum?

Es gibt sehr vielfältige Gründe, wegen denen sich Menschen dazu entschließen, vegan zu werden. Unter anderem ist diese Ernährung sehr gesund. Aber die beiden wichtigsten Argumente für den Veganismus sind zum Einen das Wohl der Tiere – die Ethik –  und zum Anderen der Umweltschutz.

Fangen wir mit der Ethik an. Natürlich, der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen. Aber die Bedingungen  unter denen die Nutztiere heute für unseren Konsum und Genuss gehalten und geschlachtet werden, sind grausam. Die Kühe, Schweine und Hühner sind dazu verdammt, auf engstem Raum in schmutzigen Ställen ihr Dasein zu fristen und werden schrecklich behandelt. Zum Beispiel werden Ferkeln der Schwanz ohne Betäubung abgeschnitten oder männliche Küken werden geschreddert, da sie keine Eier legen können.   In der Massentierhaltung gelten Tiere nicht als Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, sondern als Ware. Die Menschen, die sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung entscheiden, wollen diese Industrie nicht weiter unterstützen und nicht dafür verantwortlich sein, dass die Tiere wegen ihren Essgewohnheiten leiden müssen.
Wenn Du mehr über die Bedingungen erfahren willst, unter denen die Nutztiere in der Massentierhaltung leben müssen, findest du viele Dokumentationen und Videos im Internet, wie beispielsweise den Film „Earthlings“. 

Der Grund, der für dich als Unterstützer*in der Fridays-For-Future- Bewegung wohl fast noch ausschlaggebender sein dürfte, ist der Klimaschutz. Denn durch die Fleischproduktion werden extrem viele Treibhausgase ausgestoßen, laut der Ernährungsorganisation FAO entsteht allein durch die Haltung von Nutztieren 14,5% der Treibhausgasemissionen auf der ganzen Welt. Einen Großteil davon macht der Ausstoß von Methan durch Rinder aus.  Riesige Flächen des Regenwalds werden für den Sojaanbau für das Tierfutter abgeholzt. Dies ist fatal, da der Regenwald als „Lunge der Erde“ Co² aus der Luftatmosphäre filtert und durch das Verbrennen neue Treibhausgase entstehen. Der Amazonas ist außerdem Lebensraum von unzähligen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten.                                                                     Die Haltung der Tiere verbraucht zudem enorm viel Wasser, für den Futteranbau und Trinkwasser.  Zusätzlich wird durch die Exkremente der Tiere Grundwasser verschmutzt.

Fassen wir also noch einmal zusammen: Der Genuss von Fleisch und Tierprodukten verursacht grausames Leiden der Nutztiere. Außerdem verschmutzt die Produktion Luft und das Wasser, belastet somit Umwelt und Klima enorm. Das  alles lässt sich durch den Umstieg zur vegetarischen oder, idealerweise, zur veganen Ernährung vermeiden!

Wie und was?

Aber wie soll dieser Umstieg gelingen? Was kann man als Veganer*in überhaupt noch essen? Aber vertrau mir, eine Ernährung ohne tierische Lebensmittel ist gar nicht so schwer, wie es anfangs wirkt. 

Zuallererst ist es wichtig, dass du dir darüber im Klaren bist, warum du keine Tierprodukte mehr zu dir nehmen willst. Es ist deshalb so wichtig, dass du deine Überzeugung kennst, weil immer mal wieder Momente kommen werden, in denen es dir schwerfällt nicht doch eine Wurst  zu essen oder in dem du total Lust auf einen Milchshake bekommst. Selbstverständlich kannst du auch Ausnahmen machen, dass musst du individuell für dich selbst klären.  Um in solchen Situationen stark zu bleiben, hilft es die Gründe für deine Entscheidung zu kennen.

Die viel wichtigere Frage ist: „Wie geht vegan überhaupt?“ Obwohl es zuerst einmal so klingen mag, vegan zu leben bedeutet gar nicht, dass du von jetzt auf alles verzichten musst, was dir schmeckt. Der Verzicht von Tierprodukten sollte man nicht als solchen sehen, sondern als die Möglichkeit viele neue Lebensmittel und leckere Rezepte zu entdecken. Allerdings wirst du auch feststellen, dass Vieles meistens eh schon vegan ist, wie beispielsweise Nudeln mit Tomatensoße oder Gemüsecurry mit Reis. Vieles andere lässt sich ganz einfach ersetzen, oder aber wirst du es erst gar nicht vermissen.

Die fünf Grundnahrungsmittel der veganen Ernährung sind Obst und Gemüse, Vollkorn- bzw. Getreideprodukte, Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen. Versuche dich bei Obst und Gemüse an neuen Sorten. Wenn dir das Genießen von Vollkornprodukten noch schwer fällt, ist es eine gute Methode, den Vollkornanteil langsam zu steigern. Bei Hülsenfrüchten musst du einfach ausprobieren, was du magst und was nicht. Es lohnt sich auf jeden Fall!  Nüsse und Samen sind eine wichtige Quelle für Nährstoffe und Vitamine.Sie eignen sich entweder als Snack für zwischendurch oder für die letzte geniale Zutat, vor allem in Salaten.
Mit einem ausgewogenen, abwechslungsreichem Speiseplan bist du schon  recht gut versorgt mit den nötigen Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen. Für jeden Nährstoff gibt es verschiedene Lebensmittel, die sich als Quelle besonders gut eignen. Mandeln, Brokkoli, oder Spinat liefern zum Beispiel Kalzium.  
Einzige Ausnahme ist hier das Vitamin B12, welches nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Als Veganer*In solltest du ein Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten, Tropfen oder in der Zahnpasta zu dir nehmen, das kann sonst schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Hierbei kannst du dich zum Beispiel in der Apotheke beraten lassen. Der Körper hat zwar einen B12-Speicher, sodass ein Mangel erst nach einem Jahr oder später auftritt, aber du solltest es auf keinen Fall so weit kommen lassen. Es ist allerdings nicht so, dass der Bedarf mit einer nicht veganen Ernährung automatisch gedeckt ist. Auch viele Nicht-Vegetarier leiden an einem Mangel. Das Vitamin wird von Bakterien hergestellt und befindet sich eigentlich in den Böden. Da in der Landwirtschaft hierzulande sehr auf Hygiene geachtet wird, können Nutztiere das B12 kaum noch aufnehmen, weshalb es ihnen zugefüttert werden muss. Übrigens ist das mit vielen Nährstoffen und auch Kalorien so. Wenn du Fleisch isst, nimmst du nur ein Bruchteil der Nährstoffe auf, die das Tier im Laufe seines Lebens durch das Futter erhalten hat. Bei einer pflanzlichen Ernährung nimmst du dieNährstoffe ohne Umweg auf, du kannst sie ungefiltert selbst zu dir nehmen. Klingt gut, oder?

Das mag ja alles schon recht überzeugend klingen, aber wahrscheinlich fühlst du dich immer noch recht überfordert.  Keine Sorge, das geht vermutlich Allen am Anfang so. Du musst ja auch nicht von jetzt auf gleich zum*zur Hardcore-Veganer*in werden Es ist total in Ordnung wenn du den Umstieg langsam angehst. Du kannst zum Beispiel mit einem veganen Tag pro Woche anfangen.In Kochbüchern und im Internet findest du viele Tipps für vegane Rezepte, viele Gerichte lassen sich auch einfach veganisieren. Sich vegan ernährem bedeutet fast zwangsläufig mehr in der Küche zu stehen. Frisch zubereitete Mahlzeiten schmecken aber gleich viel besser!

Ich hoffe, ich konnte dich ein bisschen für die vegane Ernährung begeistern und dich von den Vorteilen und Möglichkeiten überzeugen! Viel Spaß! 

1. Alternativer Unterricht von der foodsharing- Gruppe Stuttgart

#foodsharing4future

– von Max & David

Wäre die globale Lebensmittelverschwendung ein Land, dann würde sie hinsichtlich der energiebedingten Treibhausgas-Emissionen nach China und den USA auf dem dritten Platz stehen, mit ca. 3,3 Mrd. Tonnen CO2 von insgesamt 35 Mrd. Tonnen CO2 jährlich. Lebensmittelverschwendung verschärft die Klimakrise also massiv.

Pro Sekunde werden in Deutschland ca. 313 kg genießbare Lebensmittel pro Sekunde weggeworfen. 

Neben den Auswirkungen aufs Klima geht mit der Lebensmittelverschwendung auch eine rieses Ressourcenverschwendung einher; alle Ressourcen, welche in die Produktion eines Lebensmittels geflossen sind, werden durch das Entsorgen unnötig verschwendet, so wie zum Beispiel wertvolles Wasser. Besonders dramatisch ist dies bei Lebensmitteln, welche einen sehr langen Transportweg haben oder tierischen Ursprungs sind. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden ca. 15.000 Liter Wasser verbraucht, die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln braucht um ein Vielfaches weniger, ganz abgesehen von den oft unsäglichen Haltungsbedingungen und dem Tierleid in der Massentierhaltung.
Das Futtermittel (z.B. Soja) kommt oft aus fernen (manchmal armen) Ländern (wo es große Flächen gibt und das Klima günstiger ist), wodurch die Verteilungsungerechtigkeit sowie Hunger und Armut verschärft werden und die Umweltzerstörung massiv zunimmt.

Ein Grund für das Wegwerfen noch genießbarer Lebensmittel ist der falsche Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Dieses wird vom Hersteller festgelegt und garantiert, dass bis zu diesem Datum die spezifischen Eigenheiten des Produkts (Geruch, Farbe, Konsistenz, Geschmack) erhalten sind. Darüber hinaus können die meisten Produkte mit abgelaufendem MHD bei richtiger Lagerung aber noch Wochen, Monate oder auch Jahre unbedenklich verzehrt werden. Wichtig ist, dass man die Lebensmittel vorab genau anschaut, riecht und probiert. Übrigens: es gibt kein Verkaufsverbot für Lebensmittel mit abgelaufenem MHD. Das Unternehmen oder der Supermarkt muss nur die Sicherheit des Lebensmittels prüfen und es beim Verkauf entsprechend kennzeichnen. 
Ganz wichtig ist die Unterscheidung zum Verbrauchsdatum. Dieses steht auf verderblichen Lebensmittel, wie z.B. rohem Hackfleisch und sollte unbedingt beachtet werden, da nach Ablauf des Verbrauchsdatums eine Gesundheitsgefahr durch Keime bestehen könnte. Lebensmittel mit abgelaufenem Verbrauchsdatum dürfen auch nicht mehr verkauft, sondern müssen entsorgt werden.

Neben dem reflektierten Umgang mit dem MHD brauchen wir wieder mehr Wertschätzung für Lebensmittel; mit jedem Einkauf zeigen wir, welche Herstellungsbedingungen uns wichtig sind, ob wir auf fairen Handel achten und welche Qualtität uns am Herzen liegt. Aktuell geben wir in Deutschland nur ca. 10% unseres Einkommens für Lebensmittel aus, liegen damit europaweit sehr weit hinten und zeigen, dass der Stellenwert von Lebensmitteln nicht besonders hoch ist.
Aber Lebensmittelverschwendung ist ein dringendes, gobales Problem, welches von allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette angegangen werden muss. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen verpflichtete sich Deutschland dazu, die Lebensmittelabfälle im Einzelhandel und in privaten Haushalten bis 2030 um 50 % zu reduzieren. Doch die deutsche Bundesregierung lässt bisher keine ernsthaften Bemühungen erkennen, dieses Ziel zu erreichen. Die veröffentlichte Strategie setzt auf freiwillige Zielvereinbarungen mit den Unternehmen und verzögert so notwendige Entscheidungen. Um Deutschland vor einem erneuten Wortbruch – wie bei den Klimaschutzzielen für 2020 – zu bewahren, fordert foodsharing Maßnahmen, ohne die das Halbierungsziel nicht erreicht werden kann. Dazu gehört unter anderem eine verbindliche Dokumentationspflicht für Unternehmen, um die Lebensmittelverluste auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette – vom Acker bis zum Teller – einheitlich und korrekt zu erfassen. Die Daten müssen von unabhängiger Seite überprüft und unternehmensbezogen veröffentlicht werden. Ein Sichtbarmachen des Problems ist der erste Schritt zur Lösung.
Waren  im  Überfluss  gehören  für  viele  Unternehmen  zum  Wirtschaftskonzept und führen zur Vernichtung wertvoller Nahrungsmittel. Deswegen und aufgrund der Dringlichkeit reicht es nicht, auf  freiwillige  Vereinbarungen  und  das  Wohlwollen  der  Unternehmen zu vertrauen. Notwendig sind verbindliche Zielvorgaben für  die  einzelnen  Unternehmen,  die  sich  jährlich  erhöhen  und  sicherstellen, dass bis zum Jahr 2025 die Lebensmittelabfälle um 30 % und bis 2030 um 50 % reduziert werden. Die Einhaltung der Zwischenziele  muss  über  Sanktionen  –  etwa  Bußgelder  bis  hin  zur  Betriebsstilllegung  –  gewährleistet  werden.  Darüber  hinaus  muss ein “Wegwerfstopp für Supermärkte“ dafür sorgen, dass der Lebensmittelhandel überschüssige Lebensmittel nicht länger entsorgt, sondern sie beispielsweise reduziert anbietet oder spendet.

Foodsharing ist eine 2012 in Deutschland entstandene Initiative gegen Lebensmittelverschwendung. Überproduzierte und nicht gewollte Lebensmittel werden vor der Tonne gerettet und unentgeltlich verteilt. Durch über 200.000 registrierte Nutzer*innen und über 50.000 freiwillige Foodsaver*innen ist die Initiative mittlerweile zu einer internationalen Bewegung geworden. Neben dem aktiven Lebensmittelretten versteht sich foodsharing auch als eine bildungspolitische Bewegung, die sich den nachhaltigen Umwelt- und Konsumzielen der Vereinten Nationen verpflichtet fühlt. Die globalen Zusammenhänge im Blick, sorgt das Wirken der Freiwilligen lokal für Vernetzung, Integration, Gemeinschafts- und Gesellschaftsbildung.

Kontakt zur foodsharing-Gruppe Stuttgart: stuttgart@foodsharing.network
Nächste Treffen: 9. Mai und 5. Juni, jeweils um 19 Uhr im Umweltzentrum Stuttgart (Rotebühlstr. 86/1)
Anmelden & Mitmachen: www.foodsharing.de